Mein erstes afrikanisches Stück Wild: Hartebeest

Erst im Nachhinein habe ich erzählt bekommen, dass mein erfahrener Jagdführer Johny mit mir zum ersten Mal eine Frau führen sollte. Wie mir Hendrik, einer der Besitzer der Farm später erzählte, war er sehr nervös deswegen und wohl auch besorgt, ob das denn klappen würde. Diese Sorge wurde sicher nicht weniger, nachdem ich am ersten Jagdabend auf einen Schuss auf einen Oryxbullen verzichtete, weil Gräser das Wild verdeckten.

So zogen wir also am zweiten Jagdtag morgens los. Mein Jagdfreund und ich allerbester Dinge und Johny mehr als nervös. Früh morgens erspähte er bereits wieder Wild, welches wir dann während einer sehr anstrengenden Pirsch angingen. Da es eine große Herde mit Hardebeest und Oryxantilopen war, gab es viele Augen, die aufgepasst haben. Da wir wenig Deckung hatten, robbten wir also mehrere hundert Meter heran. Als endlich der passende Bulle austrat und Johny den Schießstock aufstellte, sprang jedoch alles ab. Auch dies hat Johnys Bedenken sicher nicht reduziert. Wir waren aber glücklich über eine spannende Jagd, wenn auch ohne Schuss am Ende, dafür aber mit einem tollen Anblick einer riesigen Herde.

Weiter ging´s. Plötzlich vernahm ich während der Fahrt wieder im Augenwinkel Johnys Handzeichen an Toni, den Fahrer, anzuhalten. Er schaute durch sein Fernglas und gab uns zu verstehen, dass er weit weg eine Herde Hartebeest ausgemacht habe. Sie befand sich allen Ernstes in etwa einem Kilometer Entfernung. Wie er das Wild dort zwischen den Büschen während der Fahrt hat erkennen können, ist mir völlig schleierhaft. Das hätte man nicht mal mit einer Wärmebildkamera entdecken können. Adleraugen.

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Nachdem wir tatsächlich genau von dieser Situation noch ein Bild gemacht hatten, pirschten wir los. Die ersten paar hundert Meter kamen wir zügig heran, den Rest dann wieder geduckt, im „Froschschritt“, auf allen Vieren und robbend.

Als wir wieder hinter einem Busch Deckung fanden, waren wir noch gute 200 Meter von der Herde entfernt. Johny hatte einen passenden Bullen ausgemacht, der sogar so stand, dass er mir das sehr leicht erklären konnte: das Stück ganz rechts. Na das verstand ich dann auch auf afrikaans-englisch-Mix.

Entfernung mit meinem Fernglas ausgemessen und zum Schuss entschlossen. Zunächst stand noch ein Stück direkt hinter dem Bullen. Als der Bulle dann aber etwas weiterzog und freistand, gab ich meinen ersten Schuss auf afrikanisches Wild ab. Ich hörte den Kugelschlag und die ganze Herde setzte sich in Bewegung. Wir alle drei versuchten angestrengt zu erkennen, ob der beschossene Bulle mit der Herde mithalten kann. Er lief einige Meter mit und mein Jagdfreund konnte dann sehen, dass er zusammenbrach. So sagte er: „Liegt!“ Da dreht ich mich um und fragte unsicher nach: „Sicher?“. „Ja, liegt!“. Phu was fiel mir da für ein Stein vom Herzen. Vorsichtige Erleichterung machte sich breit als wir auf das Stück zugingen. Ja tatsächlich: Da lag es: mein erstes afrikanisches Stück Wild. Ein reifer Hartebeest-Bulle, dem ich einen sauberen Schuss antragen konnte und der nach kurzer Todesflucht verendete.

Als ich an das Stück herantrat hatte ich den Eindruck, als stünde die Welt für einen kurzen Moment still. Ganz bewusst habe ich wahrgenommen wo ich bin und was gerade geschehen ist. Voller Dankbarkeit und Ehrfurcht legte ich meine Waffe nieder und kniete mich hin. Ich dachte darüber nach, was für ein Leben dieser Bulle wohl geführt hat. Wie große Strecken er in seinem Leben zurückgelegt hat, wie er so manche Gefahr überstanden hat. Bis heute.

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Ich war aber nicht nur dankbar und erleichtert. Ich freute mich natürlich auch riesig über diese Erlegung. Genauso wie Johny und Toni. Ich vermute, deren Freude und Erleichterung war sogar noch viel größer, dass es doch auch mit dieser blonden Frau geklappt hat. Als Toni mit dem Wagen ankam, klatschen die beiden erstmal lachend ab. Ich kann nur mutmaßen, was sie zueinander gesagt haben. Aber die Freude war definitiv bei uns allen riesig!

Natürlich wurden dann unzählige Bilder gemacht. Es sollte ja schließlich alles festgehalten werden.

Als ich meinen Hartebeestbullen auch wirklich aus allen Perspektiven bewundert und bebildert hatte, konnte er dann geborgen werden.

Überglücklich stand ich einige Zeit später in der Lodge auf der Terrasse und ließ das Erlebte nochmal vor meinem inneren Auge Revue passieren. Welch großartiger Start in Namibia!

 

 

Für den interessierten Leser auch hier noch ein paar Zahlen, Daten, Fakten:

http://www.otjere.com

Ein Trophäenpaket kostet 2800 Euro. Darin enthalten sind alle Abschüsse (zwei Oryxantilopen, ein Zebra, ein Warzenschweinkeiler, eine rote Kuhantilope und ein Streifengnu). Es ist auch möglich, dass sich zwei Jäger ein Paket teilen.  Im Paket enthalten ist auch die Abholung und das Hinbringen von und zum Flughafen, ein Doppelzimmer, die komplette Verpflegung (inklusive aller Getränke). Außerdem ist bei der Buchung eines Pakets eine Begleitperson inklusive (beide Personen teilen sich dann ein Doppelzimmer aber Transfer, Verpflegung, Unterkunft ist für die Begleitperson kostenlos).

Ein Selektionspaket kostet ebenfalls 2800 Euro. Darin enthalten sind dieselben Möglichkeiten und Leistungen wie oben beschrieben, aber neun Abschüsse von Selektionswild (fünf Oryx, zwei rote Kuhantilopen, eine Elandantilope und ein Warzenschwein)

Abgesehen von den Paketen kann auch zusätzlich zum Paket oder ohne Paket ganz einfach nach Preisliste gejagt werden. Diese Liste steht natürlich auch auf der Homepage von Otjere Wildlife Safaris (www.otjere.com)

Wer Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden. Wer sogar ebenfalls 6 Tage in den Himmel und buchen möchte, kann mir ebenfalls gerne Bescheid geben. Es ist dann möglich, einen Nachlass von 100 Euro zu bekommen, wenn ihr mir eine E-Mail schreibt und bei der Buchung das Codewort „TriggerDiary“ angebt.

Hinweis: dieser Beitrag ist unterstützt durch Produktplatzierung und beinhaltet Werbung


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