Wenn die Jagd zu Tränen rührt

Vor kurzem war ich zur Jagd eingeladen. Von vornherein hat sich niemand Hoffnung auf eine große Strecke gemacht. Dass wir aber eine großartige Zeit miteinander verbringen würden, das war allen klar. Dass der eine oder andere aber sogar „Pippi in den Augen“ haben würde… nein, damit hatte dann doch keiner gerechnet.

Unser lieber Jagdfreund hatte bereits Wochen zuvor mit den Vorbereitungen zur Drückjagd begonnen. Zusammen mit seiner Freundin hat er die Jagd perfekt geplant und umgesetzt. Wir – seine Freunde – waren in einer Pension direkt am Revier untergebracht. Den Abend des Anreisetages verbrachten wir in geselliger Runde, in der wir uns die neusten Geschichten erzählten. Einigermaßen schwer fiel es darum, früh ins Bett zu gehen, um fit für die Jagd zu sein.

Dennoch trafen wir uns ausgeruht und in bester Laune morgens zum Treffpunkt. Sogar an Lunchpakete war gedacht worden. Jeder wurde mit vitaminhaltigem Getränk, Obst und einem noch warmen Omelett versorgt, bevor der Stand eingenommen wurde.

Auch wenn die Hundeführer und Treiber sich mit teilweise letzter Kraft durch das schwierige Gelände kämpften, so fiel dennoch leider nur bei einem unserer Schützen ein Schuss. Der hatte es jedoch in sich. Denn der Überläuferkeiler wechselte genau bei demjenigen, der es aus Sicht aller am meisten verdient hatte. Jeder verkündete mit einem Lächeln im Gesicht: „Es hat den richtigen getroffen!“

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Hund und Treiber: fix und fertig

Voller Freude wurde gemeinsam aufgebrochen und die Sau zur Strecke gelegt.

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Bilder: Stefanie Wehr

Einer unserer Freunde hat das erlegte Wild verblasen. Bereits das ein wirklich schöner und ehrenvoller Akt.

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Bild: Stefanie Wehr

Aber die Rede vom Erleger erreichte dann wirklich jedes Jägerherz, von manchem sogar die Tränendrüse. Die Rede handelte von Glück und Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, zur Jagd eingeladen worden zu sein, dafür mit Freunden jagen zu dürfen. Dankbarkeit für die Arbeit der Treiber und dass alle wieder gesund beim Streckenplatz angekommen sind. Und er sprach über das Glück abends mit Freunden zusammen sitzen zu dürfen.

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Bild: Stefanie Wehr

So mancher, der ihn nicht kannte, hätte denken können, dieser Mann habe sein erstes Stück Schwarzwild erlegt. Aber nein. Es war ein Jäger, der seit 18 Jahren den Jagdschein hat und aktiv zur Jagd geht. Wie wunderbar das doch ist, wenn man nach so vielen Jagdjahren und so viel erlegtem Wild noch immer bewegt ist vom Jagderfolg und dankbar für solche Momente ist. So soll es sein.

Danke Kevin! Danke Timo! Danke euch allen für die wunderbare Zeit mit euch!

 


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