Gemischtes Doppel

Als der Anruf des Pächters kam, dass sich einer an den Maisacker setzen solle, überlegte ich nicht lange und schlug meinem Jagdfreund – der diese Tage mein Gast war – vor, abends dort auf Sauen zu warten. Ich würde mich derweil im anderen Revier, welches etwas weniger vielversprechend hinsichtlich Sauen war, ansetzen.

Kaum hatte er eine halbe Stunde bei Vollmond gesessen, vernahm ich bereits den Schuss. Mit Kugelschlag. Einige Minuten später, kam die Nachricht er habe eine Sau beschossen, sei sich aber nicht sicher, ob der dunkle Fleck auf dem Maisacker, den er durch das Fernglas sehen könne, wirklich das erlegte Stück Schwarzwild sei.

Einige Zeit später baumte ich ab, um mit der Wärmebild bei ihm auf dem Maisacker nachzusehen, ob die Sau da liegt. Ich baumte ab und erblickte dann sogleich bei mir auf dem Acker durch die Pulsar einen Dachs. Da der Wind passte, pirschte ich ihn bis auf etwa 20 Meter an und konnte ihn sauber erlegen. Nun wollte ich aber wirklich Dachsschinken machen lassen. Als ich aber an das Stück herantrat, verwarf ich diesen Gedanken sofort. Wirklich unglaublich, welche Gerüche mir entgegenkamen. Nichts destotrotz nahm ich ihn zunächst einmal mit mit zum Auto und packte ihn auf den Heckträger. Als ich bei meinem Jagdfreund an der Kanzel ankam konnte ich bereits die Sau auf dem Maisacker liegen sehen. So begrüsste ich ihn mit einem herzlichen „Waidmannsheil!“

Als er zum Heckträger meines Wagens ging und wir uns kurz über die Erlegung der Sau und des Dachses unterhielten, wurde er plötzlich still und verschwand dann im Gebüsch. Naja, was soll ich sagen… Nicht jeder verträgt den Geruch von ranzigem Dachs.

Wir bargen dann – inzwischen regnete es in Strömen – die im Maisacker liegende Sau. Bis wir mit Bergen und Aufbrechen fertig waren, waren wir komplett durchnässt und im wahrsten Sinne des Wortes „eingesaut“. Dennoch: ein Riesenspass war das. Wer auf Sauen jagd, darf eben nicht aus Zucker sein.

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Vor der Fahrt nach Hause zerwirkten wir dann noch das Schwarzwild, um es bequem nach Hause transportieren zu können.


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