Angekommen

So lange ich zurückdenken kann habe ich gesucht. Freude, Spaß, Entspannung, Zufriedenheit, Lockerheit, Gelassenheit, Glück, Vertrauen, Liebe, ein Zuhause. Gefunden habe ich täglich. Stress, Druck, Hektik, Angst.

Beim Hören von „Silbermond´s Himmel auf“ habe ich mich auch gefragt:

„Ist nicht irgendwo da draußen bisschen Glück für mich.
Irgendwo im Tunnel endet das Licht, verspricht.
ich will so viel doch eigentlich nicht.
Nur ein kleines bisschen Glück

Wann reißt der Himmel auf?
Auch für mich, auch für mich.
Wann reißt der Himmel auf?
Auch für mich, auch für mich.
Wann reißt der Himmel auf?
Sag mir wann, sag mir wann.“

Und plötzlich ist er auf.

Der Wind bläst mir, mein Gesicht streichelnd, ein „guten Abend“ entgegen. Die Vögel scheinen meine Ankunft auf dem Hochsitz zu feiern und singen mein Lieblingslied. Gut, der eine … dessen Name ich nicht kenne, der nervt manchmal, der hat irgndwie eine Dysphonie (Stimmstörung). Und dann scheint es noch einen kleinen Bruder davon zu geben, der hat Echolalie (der sagt immer das Gleiche wie der große Bruder). Aber mit der Zeit mag ich die beiden auch.

Die Bank auf der ich sitze ist staubig und der Boden auf dem meine Füße stehen hätten alle Highheels ruiniert. Der allmähliche Untergang der Sonne ist wie der Gute Nacht Kuss den ich früher nicht bekommen habe. Dafür darf ich ihn jetzt minutenlang geniessen und darin versinken, wie in einem kuschligen Kissen. Das Hoppelwild – wie ich anfangs sagte als ich Hase und Kaninchen nicht auseinanderhalten konnte – spielt fangen und unter meinem Sitz beginnt – vermutlich ein kleiner Vogel – sein Werk. Ein Fuchs betritt die Bühne und schnürt aufmerksam durchs Bild.

Selbst beim spannendsten Thriller, bei der witzigsten Komödie konnte ich früher nicht abschalten.

Und nun. Sitze ich einfach da. Ich bin zuhause. Alles hält inne. Es ist alles da was es braucht. Hier bleibe ich.


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